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Woche 4 |
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Molinaseca bis nach Santiago |
Am Donnerstag, den 9. Mai verließ ich die Herberge frühzeitig und ohne Frühstück. Ich wollte die große Stadt Ponferrada vermeiden oder wenigstens den größten Teil davon. Als ich am anderen Ende der Stadt bei der Burg und an einem Fluß doch noch einen Teil der Stadt durchlaufen mußte, fehlten mir wieder die gelben Pfeile, aber mit Hilfe einiger Spanier fand ich meinen Weg aus Ponferrada heraus.Außer einigen Kirchen hat die Stadt diese imposante Templar Burg, die ich leider nicht besuchen konnte.
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Die Templar Burg in Ponferrada |
Zu meinem Verdruß mußte ich nun feststellen, daß ich wieder viel höher steigen mußte und zwar über Cacabelos bis zum entzückenden Ort Villafranca del Bierzo, eine Strecke von 26 km. Bierzo ist auch der Name des Bezirkes und ist ein weiteres Wein-Anbaugebiet, sowie Rioja, aber nicht so gut bekannt. Wir haben hier viel einheimischen Wein gekostet. Ich muß früh angekommen sein, da ich ganz alleine lief. Ich ging aber nicht zur Gemeindeherberge, das schön sauber gepflegt aussah, sondern suchte die private Herberge der Familie Don Jesus Jato gleich neben an, welches uns in Büchern empfohlen war und ich wurde hier von der Helferin Virginia herzlich empfangen. Jesus Jato war aber nirgends zu sehen. Dafür kam später sein Bruder Gustavo, der ziemlich gut Deutsch und Englisch sprach und und uns alle mit lustigen Geschichten unterhielt. Wieder hatte ich viel Zeit, so lief ich steil bergab in die Stadt um Verpflegung zu besorgen und mich etwas umzuschauen. Die berühmte Kirche ‚Santiago' mit ihrere Puerta del Perdon = die Tür der Vergebung befand sich neben der Herberge und wurde natürlich besichtigt. Pilger, die es bis hier geschafft hatten aber krank oder verletzt waren und nicht weiter bis nach Santiago laufen konnten, wurden durch das Laufen durch diese Tür von ihren Verpflichtungen erlöst und brauchten dadurch nicht bis zum Ende gehen. Das war die Legende.
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Störche nisten nahe Villafranca |
Hier traf ich mich mit einigen neuen Pilgern, unter anderem drei deutsche Mädels, Christina, Elisabeth und Martina, mit denen ich dann später viel zusammen war. Ebenso waren hier Barbara und Pilar, Graciela, Jose und Michael aus Irland, der aber in USA wohnte. Wir alle, zusammen mit einem holländischen Ehepaar, blieben im Haus zu einem von Virginia gut vorbereiteten Abendessen für 6 Euro, einschließlich Wein in Mengen. Eine seltsame Einrichtung war hier ein Zimmer für Leute (Männer?) über 50 Jahre alt (die Schnarcher?), wo ich mich, wie befohlen, eingenistet hatte. Als ich dann später (nach dem vielen Wein) dort schlafen wollte, fand ich einen Nachbar, der wirklich laut und glücklich schnarchte. Ich ließ alles liegen, nahm meinen Schlafsack und fand ein Bett nebenan bei den vielen jungen Mädchen, wo ich mich ganz sicher fühlte. Es war auch allgemein bekannt, daß Jesus Jato oder Gustavo für 2 Euros den Rucksack bis auf den nächsten hohen Berg in O Cebreiro befördern würden. Mehrere von uns nahmen dieses Angebot an und es hat sich wirklich gelohnt, denn der nächste Aufstieg war lang und steil. Elisabeth, die NUR 5 Tage von Leon gelaufen war, hatte schon viele Blasen und konnte sogar mit Gustavo den halben Weg mitfahren.Für mich war heute der 24. Tag. Hier in Villafranca del Bierzo traf ich die drei Pilger zu Pferd (aus Belgien) das Letztemal zusammen. Man erzählte, sie hätten sich später gestritten und getrennt. Es gab sogar noch ein freies Frühstück am nächsten Morgen in diesem sehr schlichten, aber wirklich freundlichen ‚refugio'. Es war Freitag, der 10. Mai, aber ein verspäteter Anfang. Aber ohne Rucksack!!! Welch ein Luxus!!! Eine große Erleichterung. Aber ich hatte heute einen 30 km Weg und meistens bergauf, zum Teil steil, vor mir. Zweimal ging es an einer Hauptstraße entlang, da hier die Autobahn noch fehlte. Das war nicht angenehm, sogar wegen Lastwagenverkehr etwas gefährlich. Es war ein harter Tag, aber die Landschaften waren herrlich und abwechslungsreich. Als ich durch irgendein Dorf lief, rief auf einmal jemand laut und klar aus 50 Meter Entfernung: BRUNO! Es war Christina, die spanische Wirtin von der Molinaseco Herberge vor 2 Tagen, die hier ein anderes ‚refugio' leitete. Ich konnte natürlich nicht lange verweilen, aber ein kurzes COMO ESTAS = Wie geht's usw. wurde ausgetauscht. Der steilste Teil des Tages lag noch vor mir. Nun lief ich den 3 Mädels voran, aber machte bei einer Abbiegung (ohne Pfeilen) einen Fehler und mußte den längeren nicht so steilen Weg, als den kürzeren aber schwierigeren Weg laufen. Leichter Regen setzte ein. Ich entschloß, meine Regen Garnitur anzulegen, denn es wurde immer dunkler und auch kälter. Dieser Wechsel nimmt immer so 20 Minuten wertvoller Zeit in Anspruch. Plötzlich sah ich die Mädels ein Stück vor mir, aber auf dem kürzeren Weg. So sehr ich auch versuchte, sie einzuholen, ich schaffte es nicht. Die letzten paar Kilometer bis O Cebreiro waren entlang einem schmalen, steinigen und nassen Pfad. Man mußte also vorsichtig gehen. Es war 17 Uhr, als ich dort beim Dunkelwerden eintraf, später als je zuvor. Die Wolken hingen sehr tief. Nachdem ich mich in der Herberge, die ebenfalls Heizung hatte, angemeldet hatte, fand ich, daß Meriam in der Koje über mir lag und daß Eve, Werner, Lothar und andere Freunde in meinem Zimmer waren. Dann begab ich mich zu der einzigen Bar hier um meinen Rucksack abzuholen, wo die drei Mädels schon warteten. Es gab nur neun Gebäude und eine uralte, kleine Kirche, Santa Maria, in diesem Ort am höchsten Punkt dieser Berge. Aber nun begann es tüchtig zu regnen. Ich rannte mit Anderen im Regen zur 20 Uhr Messe, aber man hatte uns falsch informiert. Die volle Messe war nur im Juli und August. So bewunderten wir das Innere der Kirche mit Chormusik über Lautsprecher. Es gab hier in der einzigen Bar sehr gutes Essen und ich genoß hier mehrmals die hochempfohlene Suppe "Caldo Galicia", sowie auch diese Suppe mehrmals später. Es war ein schöner, sehr ruhiger Ort, aber das schlechte Wetter hat es ein bischen verdorben.
Am nächsten Morgen, Samstag, den 11.Mai lief ich wieder ohne Frühstück los. Es ging zuerst etwas bergab, aber ich merkte nun, daß nach jedem Stück bergab ganz bestimmt eine noch längere Strecke bergauf kam. Auf einer weiteren Anhöhe, die Alto de Poio hieß, 1337 Meter hoch, fand ich eine riesige Pilgerfigur mit Wanderstab, rund 4 Meter hoch, die in Richtung Santiago blickte und uns sicher aufmuntern sollte. Ein guter Grund, hier einige Photos zu machen. Ich verspätete mich mehr und mehr wegen diesen drei Mädels (oder waren es nun fünf?) und nun überredeten sie mich noch bei der nächsten Bar eine Mahlzeit einzunehmen, also in der Mitte des Tages, einfach unerhört. Wir hatten aber ein gutes Essen mit viel Wein, wie es auf den Bildern zu sehen ist. Ein Gerücht ging in der Bar umher (auf spanisch) daß ein Pilger in der Nähe zusammen gebrochen und gestorben sein sollte. Es war aber keiner von uns Fußpilgern, aber da eine Gruppe amerikanischer LUXUS Pilger sich in der Nähe aufhielten, kümmerten wir uns nicht weiter darum. Wir hörten nichts mehr davon. Ich konnte nun entweder in Triacastela, oder etwas weiter im Kloster Samos, das 10 km weiter lag, Halt machen. Gemeinsam entschlossen wir uns in Triacastela zu bleiben. Hier war ich in einem kleinen Zimmer mit den drei Mädels zusammen. Es klappte ganz gut. Ich war ja der Leibwächter. Alle Einrichtungen waren hier hervorragend, es gab zum erstenmal Waschmaschinen. Da wir eine Menge Zeit hatten, wollten wir das benediktinische Kloster Samos, das größte Kloster auf dem ganzen Pilgerweg besuchen. Es ist zur gleichen Zeit eines der ältesten Kloster Spaniens, im 6. Jahrhundert gegründet..
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Am Kloster von Samos |
Ich organisierte eine Taxe, die uns dann in zwei Gruppen von je 4 Pilgern hin und zurück beförderte. Leider konnten wir das Innere des Klosters nicht besuchen und besuchten nur den Souvenirladen. Wir verweilten einige Zeit im Ort um an der 20 Uhr Abendmess teilzunehmen. Obwohl es keine volle Messe war fand ich alles in allem einen erfolgreichen Tag. Wir waren jetzt in der letzten Provinz entlang des EL CAMINO, in Galizien. Nur in dieser Provinz hat man an jedem halben Kilometer einen Wegstein angebracht, der uns die noch zu laufenden Kilometer anzeigt. Von hier waren es noch 154 km
Es war nun Sonntag, den 12. Mai. Leichter Regen fiel am Morgen und ich hatte mich für Regen ausgerüstet. Ich lief den ganzen Tag alleine und es ereignete sich nichts Besonderes auf dem Weg bis ich Sarria neben dem Fluß mit gleichem Namen erreichte. Ich mußte nochmal viele Treppen in der Stadt ersteigen, um die Herberge im Stadtzentrum zu finden, weil die gelben Pfeile fehlten. Jose und Graciela waren schon hier und wir gingen zusammen runter zum Fluß für einen Imbiß. Auch Eve from Vancouver in Kanada tauchte wieder auf. Sie hielt mit ihren 71 Jahren mit uns allen mit. Es gab hier zuerst viel Ärger mit der spanischen Leiterin der Herberge. Barbara und Pilar im perfekten Spanisch waren eine große Hilfe. Es wurde alles nach einiger Zeit geregelt und Friede kehrte ein. Am Abend ging ich mit den 5 Mädels und mit Graciela (also nun schon 6!) zu einer wohlverdienten Mahlzeit.
Es regnete nun ziemlich stark in der Nacht und auch am nächsten Morgen, Montag, den 13. Mai. Ich hatte meine volle Regen Ausrüstung gleich angezogen, auch den Rucksack beschützt. Diese volle Ausrüstung hatte ich ja die ganze Zeit an der Oberseite des Rucksacks mit geschleppt und so war ich nun froh, diese Bekleidung endlich richtig zu nutzen. An diesem Tag kam ich zu dem 100 km Stein und während ich auf die Mädels wartete um Photos zu machen, machte ich eine kurze Imbißpause. Sie kamen, Bilder wurden gemacht und gleich danach kam ein Wolkenbruch, aber wie! Nach meinem Plan müßte bald eine Bar in dem Ort Morgade zu finden sein. Aber wird sie offen sein? Die Mädels waren etwas voraus. Ich lief durch diesen Sturm, einige hundert Meter und fand die Tür bereits für mich geöffnet. Diese winzige Bar füllte sich im Nu mit Pilgern und alle bestellten sich diese Suppe oder 'bocadillos' = belegte Brote. Eine Nachbarin kam alle 10 Minuten mit einem weiteren Topf voll Suppe. Nachdem ich 2 Suppen vertilgt hatte und der Regen nachgelassen hatte, wagte ich, wieder alleine weiter zu laufen. Mein Weg hatte sich in einen Bach verwandelt. Es war von hier aus (oder vielleicht 2 Tage früher), daß ich begann an passenden Plätzen mit einem schwarzen Filzstift meinen Namen "BRUNO" mit Uhrzeit auf zu schreiben für die dauernd hinter mir weilenden Mädels. Sie waren doch alle halb so alt wie ich oder jünger, aber diese Quälerei nicht gewöhnt. Elisabeth hatte natürlich sehr viel Ärger mit ihren Blasen und die Anderen blieben eben bei ihr. An diesem Tag sah ich Eve zum Letzten Mal. Wir machten noch ein Photo zusammen. Kurz vor Portomarin machte ich wieder einen Fehler und dadurch einen Umweg von 3 bis 4 km, worüber ich sehr verärgert war. Es war diesmal ganz meine Schuld. Man erreichte diese Stadt über eine lange Brücke über ein großes Staubecken. Die ganze Stadt Portomarin, wo ich die nächste Herberge fand, wurde zwischen 1956 und 1962 gänzlich aus dem Tal auf einen Berg in der Nähe verpflanzt um das Tal in ein Staubecken zu verwandeln. Es ist nun eine moderne Stadt, hat aber den spanischen Charakter völlig verloren mit Ausnahme der eindrucksvollen Kirche von Sankt Nickolas, die man mühevoll Stein für Stein nach der neuen Stadt befördert hatte. Man konnte immer noch viele der numerierten Steinblöcke erkennen.
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San Nicholas Kirche in Portomarin |
Es war hier ein angenehmer, heißer und sonniger Nachmittag und ich traf drei weitere Freunde, Maggie, Klaus und Birgit, alle aus Deutschland. In dieser Herberge war nicht viel Platz und sie war übervoll, aber wir waren froh, daß wir in unserem Raum von 16 Betten keine Schnarcher hatten. Es gab auch Waschmaschinen, die voll benutzt wurden. Ich kam nun näher und näher an mein Ziel, nur noch 92 km zu laufen. War ich aufgeregt mit Vorfreude? Nicht im Geringsten. Es war wieder ein angenehmer, beruhigender Nachmittag hier. So schöpft man Kraft für die nächste Tagesreise.
Ich hatte Lothar und Werner wieder verloren. Möglicherweise waren sie weit voraus. Am Morgen des Dienstags, am 14. Mai, war es wieder trocken und warm. Aus der Stadt heraus mußte ich wieder eine lange Fußgängerbrücke überqueren und dann ging es bergauf, unendlich lange bergauf. Hier begannen auch die vielen Eukalyptus Wälder durch die ich fast bis nach Santiago laufen mußte. Die Bäume waren sehr schlank und sehr hoch, ich schätzte bis zu 10 Meter hoch. An diesem Nachmittag, wieder heiß und sonnig, war ein weiterer Umweg von 5 - 6 km vorgeschlagen. So machte ich mich alleine auf den Weg um diese aus dem 14. Jahrhundert stammende Kirche von El Salvador mit ihren wertvollen Wandmalereien und alten Bildnissen zu besichtigen. Schon im Jahre 1184 sollten sich hier die alten Ritter des Ordens von Santiago nieder gelassen haben und den Pilgern Schutz angeboten haben. Dieses Gebäude wird gerade fleißig ausgebessert und soll im Heiligen Jahr 2004 fertig erneuert sein. Es war mühevoll in der Mittaghitze diese extra Kilometer hinzu zu legen. Es war das zweitemal, daß ich einige Kilometer extra gelaufen bin (siehe Eunate), aber es hat sich wirklich gelohnt. Ich verbrachte in dieser halb-wiederhergestellten Kirche in Vilar de Donas mit 4 anderen bekannten Pilgern fast eine Stunde.
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Bildnisse (Effigies) in El Salvador Kirche in Vilar de Donas. |
Auf dem Rückweg bis nach Palas De Rei, wählte ich den kürzeren Weg entlang der N547 Hauptstraße, obwohl das, wie schon erwähnt, meistens vermieden wird, da etwas gefährlich. Die nächste Herberge war wieder in der Stadtmitte in dieser kleinen, ziemlich uninterressanten Stadt. Hier fanden wir die Duschen, die keine Türen oder Vorhänge hatten, wie anfangs beschrieben.
Es waren nun nur noch 67 km zu laufen und der Weg aus dieser Stadt war schlecht markiert. Manchmal ist es besser schnur stracks gegen Westen zu laufen, da kann man nicht sehr falsch gehen. Es war nun Mittwoch, der 15. Mai. Später fand ich wieder keine Pfeile oder Muschelzeichen an einer gewissen Gabelung. So lief ich erst nach links, dann zurück nach rechts, bis mich ein Senor anrief und mich auf den anderen Weg zurück wies. Plötzlich rief wieder jemand aus einem Gebäude nach mir. Es war Jose, der in dieser kleinen Herberge in Casanova übernachtet hatte. Er machte seinen Video Film vom Jakobsweg täglich weiter und man sah ihn entweder auf dem Fahrrad oder er schob es bergauf.
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Mittagspause in der Hitze. |
Two more overnight stops were in my and many others plans. It turned very hot now. Again, being early and in front of most of the others, I decided about noon, to stop for a snack out of my food bag, stripped off most of my clothing and cooled my feet in the nearby river, absorbing the sunshine. The two Belgian pilgrims on horseback passed me here. I must have stopped an hour, but no-one of the girls brigade caught up, so I continued and reached Ribadiso de Baixo, after having earlier negotiated my way through Melide, where I could have stopped. The refugio in Ribadiso d.B. had been a pilgrim's rest since medieval times, has now been wonderfully restored and lies next to the river ISO. It was certainly the best I came across: Ideal situation, clean rooms and bunk beds, excellent showers etc., except for one thing: no village, town or shops nearby. I had 'reserved' five beds for the girls (it was not really allowed), as I had done on many occasions before and after, and found myself next to Birgit. Ten of us happily shared all our food, brought tables and benches into the open next to the river and had a gorgeous meal, with wine, of course.
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Unser Abendmahl in Ribadiso de Baxio |
Unser Abendmahl in Ribadiso de Baxio Heute ist mein vorletzter Pilgertag, Donnerstag, der 16. Mai. Wieder ein früher Anfang am Morgen, mehr Eukalyptus Wälder zu durchlaufen, wieder bergauf und wieder bergab und nochmal ein sehr warmer Tag. Ich hielt an einer Bar mit dem Namen " Die Zwei Deutsche", genau so in Deutsch. Ich konnte nicht erfahren, woher dieser Name kam. Für Tee bekommt man immer einen Kännchen voll, genug für zwei Tassen. Viele Pilger überholten mich hier. Kurz danach fand ich am Wegesrand ein Denkmal für einen Pilger, names GUILLERMO (William) WATT, der im Alter von 69 Jahren, hier am 25.8.1993 verstarb mit seinen metallisierten Wanderschuhen neben dem Denkmal.
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Ein Denkmal für G. Watt, ein verstorbener Pilger. |
Ich kam nun zu der letzten Herberge vor Santiago. Ich bin an diesem Tag öfters mit Birgit gelaufen. Sie lief ein anderes Tempo, da sie ja viel jünger war, aber wir trafen uns hier und da. Wieder reservierte ich die Schlafplätze für alle 6 Mädels und versuchte ebenfalls den bekannten Schnarcher weit von uns weg zu halten. Eine wichtige Aufgabe. Meriam aus Japan kam auch noch zu uns. Wir waren jetzt in Arca - O Pino und diese Herberge war ziemlich neu erbaut, sehr sauber mit dauernd heißem Wasser. Die Herbergen waren in Galizien viel besser ausgerüstet, als am Anfang des Weges. Birgit entdeckte sogar ein Badezimmer hier und benutze es. Wir waren alle guter Stimmung und freuten uns auf den letzten Pilgertag und auf Santiago am nächsten Tag. So liefen wir alle zum nächsten Restaurant für eine gute Mahlzeit : Christina, Elisabeth, Martina, Barbara, Pilar, Birgit, Dietrich und ich. Das Essen war ausgezeichnet, wir tranken viel Wein dazu, der Wirt spendierte uns allen einen Schnaps und auf einmal (war ich das?) fing jemand an zu singen. Da wir alle deutsch sprachen, sangen wir alle uns bekannten Volkslieder, sicher eine ganze Stunde lang. Sogar Gäste von Nachbartischen kamen um uns Beifall zu klatschen. Es war ausgezeichnet. War es wirklich begreiflich, daß einige von uns soeben fast 800 km mit 11 kg im Rucksack gelaufen sind? Und so zur verdienten Ruhe.
An diesem letzten Pilgertag, am Freitag, den 17 Mai, brauchte ich nur noch 20 km laufen. Der Himmel war bewölkt und es nieselte dauernd. Es war aber nicht nötig die Regenausrüstung zu benutzen. Ich mußte einen Bogen um den Flughafen von Santiago herum gehen, welcher einige Kilometer von der Stadt entfernt lag. Dann kam ich über einen Berg und konnte von dort das ersehnte Ziel, die Stadt Santiago schon sehen. Es war aber kein schöner Anblick, da inzwischen viel Industrie errichtet war. Auf diesem Berg, genannt Monte del Gozo oder Monxoi stand eine sehr kleine, uralte Kapelle, die Sankt Marcus gewidmet war und daneben ein riesiges modernes Denkmal zu Ehren des Papstes während dessen letzten Besuches. Die Kapelle war leider geschlossen. Nun folgte ein langer Weg bergab bis an den Stadtrand. Es regnete immer noch leicht. Zusammen mit Birgit versuchten wir Beide den Weg zur Kathedrale zu finden. Es war hier wieder ein Feiertag, eine ‚siesta'. Nach langen Hin und Her befanden wir uns plötzlich auf dem riesigen Platz vor der Kathedrale, dem PLAZA DEL OBRADOIRO. Es war ungefähr 13 Uhr. Die große Mittagmesse war in vollem Schwung und man konnte nicht eintreten. Während Birgit sich etwas ausruhte und meinen Rucksack behütete, machte ich einige Erkundigungen und fand das Anmeldebüro für uns Pilger ganz in der Nähe. Dann meldeten wir uns dort an und erhielten unsere Pilgerurkunde, die sogenannte Compostela. Gleich danach traf ich Lothar und Werner wieder und das war ein Glück, denn obwohl Beide noch an diesem Tag nach Hause flogen, zeigten sie uns ihre gute Unterkunft, wo wir drei, Birgit, ich und Dietrich sich später einquartierten. Endlich konnten wir wieder mal ein eigenes Zimmer benutzen und uns im Stillen ausruhen.
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Vor der Kathedrale in Santiago de Compostela |
| Rückseite | Haupt | In Santiago |